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Inflammatorische microRNAs bei Leberkrebs
Antragsteller
Professor Dr. Frank Lammert
Fachliche Zuordnung
Hämatologie, Onkologie
Biochemie
Gastroenterologie
Biochemie
Gastroenterologie
Förderung
Förderung von 2013 bis 2018
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 230854839
Chronische Entzündungen sind mit einem erhöhten Tumorrisiko verbunden. Mehr als 500.000 Menschen versterben pro Jahr an einem hepatozellulären Karzinom (HCC), das auf dem Boden chronischer Leberentzündungen durch Hepatitis B oder C Virus-Infektionen oder eine Fettleberhepatitis entsteht. Das inflammatorische Zytokin Interleukin (IL)-6 und der Jak/STAT3-Signalweg sind im HCC häufig aktiviert. Zudem ist die Expression spezifischer miRNAs - kleiner nicht-kodierender RNAs, die die Genexpression reprimieren - beim HCC und anderen Malignomen verändert.Im vorliegenden Projekt wird die Rolle der miRNAs bei der Regulation des IL-6/Jak/STAT3-Signalwegs in Hepatomzellen und nicht transformierten Hepatozyten definiert. Hierbei werden nicht nur intrazelluläre miRNAs, sondern insbesondere sezernierte miRNAs, die aus Blutproben isoliert werden, aufgeschlüsselt. Potenzielle Zielmoleküle der sezernierten miRNAs sollen durch detaillierte Analysen von mRNA-Expressionsanalysen identifiziert und validiert werden. In einem weiteren Ansatz werden die miRNAs, die Zielmoleküle der IL-6-Signaltransduktionskaskade wie STAT3 und SOCS3 analysiert. Die Ergebnisse der Experimente mit Zelllinien werden mit Hilfe von Probenmaterial (karzinomatöses, chronisch-entzündlich verändertes und normales Lebergewebe; Blut) und primären Hepatozyten verifiziert. Das Projekt wird unser Wissen darüber, welche intrazellulären und sezernierten miRNAs zentrale inflammatorische Signalwege in der Leber modulieren, erweitern. Wir erwarten, dass die komplementären Teilprojekte zur Identifizierung von miRNA-Profilen führen, die (1) therapeutisch genutzt werden können, um die IL-6-Signalwege zu modulieren und (2) sich als Biomarker für die frühzeitige Erkennung und Prognoseabschätzung des HCC eignen. Dies könnte neue Ansätze eröffnen, Patienten mit chronischer Hepatitis oder Leberzirrhose besser zu überwachen und bei ihnen die Progression zum HCC so frühzeitig zu erkennen, dass eine kurative Therapie möglich ist.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Luxemburg
Beteiligte Person
Professorin Dr. Iris Behrmann