Zu verschiedenen Teilgruppen der Crustaceen liegen bisher kaum konsistente Daten zu grundlegenden morphologischen Merkmalen des Protocerebrum und der damit assoziierten Sinnesorgane vor. Insbesondere die Entwicklungsmorphologie dieser Strukturen kann uns Indizien zur Homologie bestimmter Strukturen liefern. So wurden weder der Zentralkomplex noch einzelne Kompartimente davon bei den Entwicklungsstadien der untersuchten Taxa sicher nachgewiesen, was für eine Reduzierung dieser Strukturen spricht. Weiterhin konnten wir Gemeinsamkeiten in der Entwicklung der optischen Neuropile von Argulus, Amphibalanus und dem Branchipoden Branchinella sp. aufzeigen und schlussfolgern, dass die beiden visuellen Neuropile (Lamina und Medulla) innerhalb der genannten Taxa homolog sind. Innerhalb der Copepoden wurden Übereinstimmungen der Innervierung des taxonspezifischen Photorezeptors (Gicklhornsches Organ) mit denen des Komplexauges bei anderen Crustaceen aufgezeigt, was auf eine Homologie dieser Strukturen hinweist. Ebenfalls gestützt wurde die Homologie der Frontalfilamentorgane innerhalb der Crustaceen durch den Nachweis der spezifischen Innervierung während der Entwicklung sowie das Vorhandensein kleiner, immunhistochemisch anfärbbarer Körper in den Frontalfilamentorganen.