Das Projekt www.corpus-nummorum.eu hat die Sammlung von Gipsabgüssen thrakischer Münzen an der BBAW weitgehend und die antiken thrakischen Münzen im Berliner Kabinett vollständig digitalisiert. Letztere werden außerdem im Interaktiven Katalog des Münzkabinetts in bewährter Weise publiziert. Die digitalisierten Bestände beider Institutionen bilden den Kern des Internetportals Corpus Nummorum Thracorum (CNT). Wir erfassen aber nicht nur unsere eigenen Datenbestände und die Münzen aus der Literatur, dem Handel und den Funden, sondern haben bereits begonnen, auch die thrakischen Münzen anderer größerer Sammlungen zu importieren. Ein weiterer, wichtiger Vorteil besteht in der Möglichkeit der direkten Webeingabe von außen: Privatsammler, Händler und kleinere Sammlungen können diese Funktion nutzen, um ihre thrakischen Münzen zu publizieren und sie auf diese Weise der Forschung zugänglich zu machen. Da die Eingaben seitens der BBAW redaktionell betreut werden, erhalten sie ein Feedback zu ihrer Arbeit. Dies generiert nicht nur Synergieeffekte für spätere Eingaben, da gegebenenfalls durch korrigierende Eingriffe ein Wissenstransfer entsteht. Diese Kommunikation und Sichtbarmachung seitens der Wissenschaftler erhöht die Außenwahrnehmung des Projektes und fördert den Dialog zwischen Institutionen und Öffentlichkeit – ein gerade für ein Fach wie die Numismatik und auch in Hinblick auf die aktuelle Kulturgüterschutzdiskussion wichtiger Nebeneffekt. Jede Publikation antiker Artefakte bedeutet Feststellung von Provenienzen und praktizierten Kulturgutschutz. Das Webportal zu den thrakischen Münzen ist ein internationales Projekt für das sowohl bereits externe Beiträger gewonnen werden konnten als auch zahlreiche öffentliche Sammlungen, die ihre Bestände für die Verlinkung zur Verfügung stellen. CNT ist eine Forschungsdatenbank, die die Möglichkeit bietet, nicht nur die einzelnen Exemplare – bislang mehr als 7.100 –, sondern auch die zu ihrer Prägung verwendeten Stempel (bereits mehr als 6.400) zu erfassen. Denn nicht die Einzelmünze, sondern der mithilfe dieser Münzen wiedergewonnene Prägestempel bietet die notwendigen Informationen zum Verständnis der Münzemissionen. Als weiteres wichtiges Merkmal sei hervorgehoben, dass alle relevanten Felder – wie Metall, Nominal, Münzfuß, Münzstätte, Personen – mit Normdaten der für die Numismatik einschlägigen Seite www.nomisma.org verknüpft sind, die letztlich den Austausch über Linked Open Data ermöglichen. Wir vergeben zudem selbst eindeutige Identifikatoren. Entsprechend kann in dem Web-Portal zu den thrakischen Münzen dem Materialzuwachs und möglichen Korrekturen Rechnung getragen werden, ohne die eindeutige Referenzierung der Münzen aufgeben zu müssen. Der Wissenschaftsgemeinschaft werden qualitätsgesicherte und dauerhafte Daten für die Verlinkung und weiterführende Forschungen zur Verfügung gestellt. Die standardisierten Münzbeschreibungen werden sowohl auf Deutsch als auch Englisch erfasst und sind in beiden Sprachen recherchierbar. Zu den Funktionalitäten des Portals gehören nicht nur diverse Suchmöglichkeiten (Quick, Advanced, Identification, Map, Collections und Literature Search. Eine spezielle ikonographische Suche mit Unterscheidung von Hauptbildern und Beizeichen und die Suche nach Münztypen konnten noch nicht umgesetzt werden.), sondern wir stellen auch verschiedene Ressourcen zur Verfügung wie pdfs der Bände des Griechischen Münzwerks, eine Bibliographie, eine Linksammlung und ein Glossar. In der Rubrik „News“ werden interessante Mitteilungen veröffentlicht, die auch über Facebook verbreitet werden und jeden Monat wird eine neue Münze ausführlicher vorgestellt. Nach einer Registrierung können Nutzer weitere Funktionen wie die Speicherung und den Export ihrer Suchergebnisse in Anspruch nehmen und eigene Münzen eingeben.